Wasi muss doch nochmal zur Schule

Nachdem Wasilik ja nun eigentlich ein sehr unsicherer Hund ist/war - hatte er in den 2 Jahren bei mir einiges an Sicherheit dazubekommen. Es ging auch schon mal ohne Bellen oder Weglaufen, es wurde nicht mehr um jeden Hund einen Bogen gemacht. So sollte es eigentlich auch bleiben und weitergehen.

Aber am 27. Oktober 2004 ist dann folgendes passiert:

Also wir gingen spazieren und traffen auf eine Dame, die ihre beiden Hunde an der Leine hatte. Den großen ließ sie plötzlich los und der stürmte wie ein Irrer auf Wasi zu. Wasi wusste sich absolut nicht zu helfen und ist sozusagen *geflohen*. Erst ein paarmal um mich rum und dann ab Richtung nach Hause. Leider war da eine Straße zwischen. Als die beiden Hunde - der große immer hinterher - nicht mehr zu sehen waren, plötzlich Autolichter, und einen fürchterlichen Rumps.

Ich habe geschrien wie am Spieß und dann kam der große Schwarze wieder. Wasi nicht !!!!!!! Da ist glaube ich mein Herz stehen geblieben. Der Autofahrer stieg aus und sagte, er hätte einen Hund angefahren - einen großen Schwarzen. Also schnell auf die Straße gelaufen und Wasi gesucht, er sagte noch, dass ein Kleiner vorweglief, den hätte er gesehen. Da kam dann schon ein zweites Auto. Spätestens jetzt war ich glaube ich gestorben.

Aber als ich um die Ecke kam, saß da Wasi - mitten auf der Straße - ich habe ihn ganz leise gelockt und er kam - ohne Schrammen *da fing ich an zu weinen*. Habe ihn auf den Arm genommen und mich dann erstmal mit um den anderen Hund gekümmert. Der hat wohl nicht viel abbekommen. Er ging dann wieder ganz normal.

Aber: Kaum zu Hause. Wasi und auch Bonnie hatten wohl einen Schock. Beide sofort ins Bett, Wasi bekam glasige Augen und bekam seinen Kopf nicht mehr hoch. Der ganze Hund rührte sich nicht. Ich bin dann mit ins Bett gegangen und habe ihn die ganze Nacht im Arm gehabt. Er hat sich nicht gerührt. Also ich nicht geschlafen, bei jedem Mucks nachgesehen, ob der Wasi noch lebt.

 Es ist noch einmal gutgegangen, aber: Ab da war das bisschen Sicherheit, was Wasi inzwischen hatte, völlig weg. Vor jedem Hund musste davongelaufen werden. Also: Hund von ganz vorne sensibilisieren. Und dann kam mir die Hundestunde, welche mir eine Bekannte empfahl, gerade recht. Am 31.10.04 sind wir dann das erste Mal dort gewesen:

Hundestunde in Aukrug bei Katja Ufermann:

 

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Also, das Gespräch mit Katja war klasse, sie hat auch sofort verstanden, worum es bei Wasi ging und sie durfte *Achtung* Wasi sofort streicheln!!! Versteh die Welt nicht mehr.

Wasi läßt sich von keinem Fremden anfassen, was war das denn? Sie sagte einfach zu ihm, "bin ich vertrauenswürdig" - eindeutig ja.

Nach der ersten Zitterei wurde Wasi dann auch etwas lockerer und hat mal geschnüffelt und geschaut. Auch mal den einen oder  anderen Hund angeschnüffelt.

Danach - hinter der Bande - hat er sich dann ganz entspannt hingelegt. Gutes Zeichen oder? Bonnie war etwas genervt - sie fiepste die ganze Zeit - aber ich weiß, Hundeschule o.ä. ist einfach nichts für sie, sie mag das nicht. Egal, nächsten Sonntag ist sie bei meiner Schwester und ich komme mit Wasi alleine. Dann sehen wir weiter.

So wie sich Wasi dort gegeben hat, bin ich eigentlich ganz stolz auf ihn, in freier "Wildbahn" wäre er längst über den Jordan gelaufen. So war er für seine Verhältnisse ganz souverän.

Nachtrag September 2005: Wir haben die Hundestunde nicht weiter gemacht. Die Treffen mit dem Hundetreff-Nord haben so einen guten Einfluss auf Wasi, dass es nicht nötig ist. Durch die ständigen Treffen mit allen Hunderassen und -mixen hat er seine Angst deutlich abgelegt. Nun hoffen wir mal, dass es so positiv weitergeht.