Über die Ausbildung und Erziehung von Bonnie

Also, eine direkte Ausbildung hat Bonnie nicht genossen. Da ich bei Asko mit der Ausbildung so viel falsch gemacht habe, dachte ich, jetzt machst Du es aber richtig.

Wir sind mit 8 Wochen zur Welpenspielstunde gegangen. Voller Hoffnung.  Aber ich glaube, als Bonnie die ganzen Welpen sah, hat sie an ihre Kindheit und Geschwister gedacht, die - wie ich mir denke - sie gemobbt haben. Also war Bonnies einzige Handlung in der Welpenspielstunde: Verstecken, verstecken, verstecken. Mir wurde dann gesagt, lassen sie sie einfach, es wird schon und bemuttern sie sie nicht. Aber Bonnie wollte einfach nicht. Ich sah da nur Angst in ihr.

Dann habe ich die erste Stunde abgebrochen. Nachsten Sonntag sind wir wieder hin, ich hoffte, es würde etwas besser gehen. Aber nichts. Noch 1 Versuch am nächsten Sonntag. Wieder nichts. Danach habe ich die Treffen abgebrochen. Bei uns zu Hause waren genügend Hunde, um das soziale Verhalten zu festigen.

Ein bisschen konnte ich ja noch aus Askos Erziehung ableiten. Ich habe dann mit Sitz, Platz usw. zu Hause geübt - und es klappte auf Anhieb. Ihr Sozialverhalten war einwandfrei und als Bonnie ca. 1/2 Jahr alt war, dachte ich mir, na gut, dann doch eine Grundausbildung für Junghunde.

Und dieser Kurs wiederum war hervorragend. Bonnie konnte schon alles. Die anderen Hundebesitzer staunten nur. Eigentlich hätten wir auch den abbrechen können. Aber jetzt dachte ich, die Hundebegegnungen wären bestimmt von Vorteil - und ich selbst lerne ja schließlich auch immer noch dabei. Zu dem Zeitpunkt wollte ich auch eigentlich noch die BH machen, um mit Bonnie Agility zu betreiben.

Als wir jedoch die "spielerischen" Hindernisse, Tunnel usw. usw. kennenlernten, war die ganze Sache für Bonnie wieder vorbei. Sie hatte daran einfach keinen Spaß.

Na gut. Dann lassen wir das eben und gehen unseren eigenen Weg. Wir haben den Kurs zwar noch abgeschlossen. Aber das wars dann. Danach sind wir nie wieder auf einem Hundeplatz gewesen. Bonnie ist einfach nicht der Typ dafür. Das muss man dann einfach einsehen und danach handeln.

Sie ist viel lieber faul bei mir, liegt im Bett und schläft oder läuft stundenlang am Strand herum. Im Sommer wie im Winter. Und da wir die Möglichkeit dazu haben glaube ich, es reicht dann auch.

Bonnie beherrscht trotz allem sämtliche Kommandos wie Sitz, Platz, Bleib, Halt, Steh, Warte, Komm und viele mehr. Sie erkennt ihre Spielzeuge mit Namen: Ball, Püppi, Stock, Knochen und bringt sie mir. Sie spielt allein mit einem Ball, wirft ihn in die Luft, fängt ihn wieder auf. Oder sie wirft ihn mir zu - ich kann natürlich nicht fangen. Dann landet der Ball mal auf dem Tisch, mal in einem Glas, einer Tasse o.ä.

Ich persönlich glaube, dass Bonnie damit ihre optimale Belastung hat zumal sie ein eigentlich sehr ängstlicher und eigenbrötlerischer Hund ist. Fremde Hunde - na ja, man kann ja mal schnuppern. Das war es dann aber auch.

Ach so, Bonnie läuft immer ohne Leine, ob am Strand oder in der Stadt - ich brauche sie nur anzuschauen und sie weiß, was ich von ihr will.

Jetzt frage ich: "Wozu dann noch eine große Ausbildung?"